(Populär)kultur am Verbindungskanal

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit (Populär)kultur im und aus dem Jungbusch. Kultur ist ein „wichtiger, in vielfältigen Bedeutungen gebrauchter Begriff“1. Daher ist es für eine gemeinsame Verständigung über Kultur notwendig zu definieren, dass hier nicht ethnologisch ‚Menschengruppen‘ in ihrer vermuteten kulturellen Andersartigkeit gegenüber gestellt werden sollen, sondern Kultur als „Symbolgehalte einer Gesellschaft (Religion, Kunst, Wissen)“ untersucht wurde.2  Dies bezieht auch mit ein, dass einige, wenn nicht sogar alle, dieser Symbole auf Mythen basieren, die gesellschaftlich jedoch weit verbreitet und anerkannt sind. Auf diesen gemeinsamen Mythen fußt auch die medial aufbereitete Populärkultur, die stets dazu neigt kulturelle Phänomene auf Grund ihrer Selbstverständlichkeit als natürlich hinzunehmen.

In der Analyse wurde auf Video- und Tonmaterial zurückgegriffen, so dass beim Lesen ein Eindruck dafür entstehen soll, was (Populär)kultur uns mitteilen will. Dazu wurden die Forschungsfragen zu Rassifizierung und Gentrifizierung auf dieses Feld übertragen: Welche Geschichten tradieren (Populär)kultur oder die jeweiligen Orte, die damit in Verbindung gebracht werden können? Welche Kritik kann an diese Erzählweisen gerichtet werden? Gibt es Schnittstellen zwischen (Populär)kultur zur Untersuchung von Rassifizierung und Gentrifizierung im Stadtteil? Zudem wurde in diesem Beitrag zum ersten Mal auf das Material aus Kartierung zurückgegriffen, um die Wahrnehmung von Kultur im städtischen Raum sichtbar zu machen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch das abgebildete Bild von Kultur im Raum abhängig ist vom Kulturbegriff der Befragten, weshalb Kultur bei der Methodenwahl in einer Kategorie mit „Kunst und kreativ“ zusammengeführt wurde.

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  1. Fuchs-Heinritz, Werner (2011): Lexikon zur Soziologie – „Kultur“, S. 384f. []
  2. Ebd. []

Rassifizierung und Stereotypen: Einer wie alle – alle wie einer?

Eins, da können wir sicher sein, eint alle Rassismen – sie sind falsch. Um sie jedoch an die Oberfläche zu befördern ist eine differenzierte Betrachtungsweise notwendig. Oft haben wir es in Diskussionen über Rassismus mit einer Täter*in/Opferumkehr zu tun, welche das Erkennen von rassistischen Stereotypen im Alltag erschwert. Die rassistisch argumentierende Person (Täter*in) stilisiert sich oder eine vermeintliche Gruppe dabei als Opfer. „Mit der Verbreitung des Erklärungsmusters der desintegrativen ‚Ethnizität‘ hat sich eine alarmistische Sichtweise etabliert, welche dazu tendiert, die Ursache des Rassismus in seinen Opfern zu sehen.“1 ‚Ich bin kein Rassist, ich habe auch ausländische Freunde‘, ‚meinst du ich bin ein Nazi‘ und ‚ohne, dass du das jetzt rassistisch verstehst, aber die…‘ sind nur einige Beispiele dafür. Dabei ist fast jede Person durch rassistische Äußerungen schon einmal Täter*in gewesen. Um Rassismus zu erkennen und zu benennen bedarf es der Reflexion der eigenen Handlungen und des eigenen Umfelds, die Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse und der kritischen Auseinandersetzung mit rassistischen Wissensbeständen innerhalb der Gesellschaft.

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  1. Tsianos, Vassilis S. (2015): S. 57. []