Protokoll der Erkundung des Verbindungskanals

Am Morgen des 18.03.2014 begann ich mit der Erkundung der Umgebung des Verbindungskanals auf der Seite des Jungbusch in der Hafenstraße. Ich suchte nach Indizien für Gentrifizierung und Rassismus im öffentlichen Raum. Zu Beginn fiel mir die Ecke Hafenstraße / Böckstraße (google Streetview Ansicht) besonders auf. Ich nahm sofort an, dass diese Ecke besonders interessant für die Analyse von Aufwertung und Gentrifizierung sei.

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Rassifizierung und Stereotypen: Einer wie alle – alle wie einer?

Eins, da können wir sicher sein, eint alle Rassismen – sie sind falsch. Um sie jedoch an die Oberfläche zu befördern ist eine differenzierte Betrachtungsweise notwendig. Oft haben wir es in Diskussionen über Rassismus mit einer Täter*in/Opferumkehr zu tun, welche das Erkennen von rassistischen Stereotypen im Alltag erschwert. Die rassistisch argumentierende Person (Täter*in) stilisiert sich oder eine vermeintliche Gruppe dabei als Opfer. „Mit der Verbreitung des Erklärungsmusters der desintegrativen ‚Ethnizität‘ hat sich eine alarmistische Sichtweise etabliert, welche dazu tendiert, die Ursache des Rassismus in seinen Opfern zu sehen.“1 ‚Ich bin kein Rassist, ich habe auch ausländische Freunde‘, ‚meinst du ich bin ein Nazi‘ und ‚ohne, dass du das jetzt rassistisch verstehst, aber die…‘ sind nur einige Beispiele dafür. Dabei ist fast jede Person durch rassistische Äußerungen schon einmal Täter*in gewesen. Um Rassismus zu erkennen und zu benennen bedarf es der Reflexion der eigenen Handlungen und des eigenen Umfelds, die Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse und der kritischen Auseinandersetzung mit rassistischen Wissensbeständen innerhalb der Gesellschaft.

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  1. Tsianos, Vassilis S. (2015): S. 57. []