Methoden der Empirisierung

Der Bereich Methoden der Empirisierung beschäftigt sich mit der empirischen Arbeitsweise zum Projekt GENTRIFIJUNGBUSCH. Die Vorstellung des Methodenmixes erfolgt dabei schrittweise und nachvollziehbar. Zum einen kann auf diese Art und Weise verfolgt werden, wie Ergebnisse innerhalb dieses Projekts entstanden sind. Zum anderen können die angewandten und selbst erarbeiteten qualitativen Methoden der Sozialforschung zu einem späteren Zeitpunkt wiederum im Mannheimer Stadtteil Jungbusch verwendet oder auf andere Gebiete übertragen werden. Dabei wird auf alt bewährte Methoden zurückgegriffen und Neues erprobt, auch um qualitative Sozialforschung im Zeitalter neuer technischer Möglichkeiten zu inspirieren.

Arbeitsweise

Die Arbeitsweise mag dabei teilweise unorthodox oder improvisiert wirken und das ist sie bei Zeiten auch. Sie orientiert sich an der Lebenswelt des untersuchten Feldes1 und ist offen für interdisziplinäre Herangehensweisen. „Die Frage nach der Lebenswelt zielt auf Deutungs- und Handlungsmuster, in denen Menschen sich vorfinden und in denen sie agieren; sie zielt demnach auf Subjektivität.“2 Dabei sind die aufgebrachten monetären Mittel für die Forschung und die Präsentation der selben auf dieser Website gering gehalten. Erreicht habe ich dies durch die Verwendung von quelloffener Software und die Umfunktionierung von Alltagsmaterialien für die praktische methodische Forschungs- und Analysearbeit. Die Untersuchung des Stadtteils vor Ort innerhalb einer Woche hingegen ist ambitioniert. Es geht darum „Neues in der untersuchten Situation zu entdecken3 und die grundlegenden Prozesse im Stadtteil zu erforschen. Die konkrete Vorbereitungszeit betrug wie die Erkundungsphase etwa eine Woche. Die Auswertungsphase des während der Erkundung gesammelten Materials wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Das Ergebnis der Forschung wurde während des Projekts offen gestaltet. Nach und nach sollen dann auf GENTRIFIJUNGBUSCH Resultate in Form kompakter Artikel präsentiert werden. Denkbar ist auch, dass dieses Projekt durch Interessierte aus dem Stadtteil oder anderer Forschende fortgeführt wird.

Das Forschungsdesign ist also vierphasig und umfasst eine Vorbereitungs-, Erkundungs-, Auswertungs- und Nachbereitungsphase. Im Folgenden werden die einzelnen Phasen auf den nächsten Seiten vorgestellt und Methoden und Analyse theoretisch begründet, sodass auch andere vergleichbare Untersuchungen vornehmen können.

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Um zu der jeweiligen Phase zu gelangen können unten der Reihe nach die Seiten ausgewählt werden oder eine beliebige Phase angeklickt werden:

Einzelnachweise (Es gibt auch eine ausführliche Übersicht der verwendeten Literatur [↩]):

  1. Vgl. Habermas, Jürgen (1981), Bd. 2, S. 209: „Kultur nenne ich den Wissensvorrat, aus dem sich die Kommunikationsteilnehmer(!), indem sie sich über etwas in einer Welt verständigen, mit Interpretationen versorgen. Gesellschaft nenne ich die legitimen Ordnungen, über die die Kommunikationsteilnehmer(!) ihre Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen regeln und damit Solidarität sichern. Unter Persönlichkeit verstehe ich die Kompetenzen, die ein Subjekt sprach- und handlungsfähig machen, also instandsetzen, an Verständigungsprozessen teilzunehmen und dabei die eigene Identität zu behaupten.“ []
  2. Thiersch, Hans (1998), S. 84. []
  3. Flick, Uwe (2009), S. 25. []