Das Kapital geht den Bach runter

Dieser Artikel beschäftigt sich mit provokantem Titel mit der Aufwertung im Jungbusch. Die Aufwertung im Zuge der Gentrifizierung kann wissenschaftlich durch eine „veränderte Nachfrage“ durch die Bewohner*innen der Stadt sowie als „Folge eines veränderten Angebots“ und damit „Ausdruck veränderter Investitionszyklen“ erfasst werden. Jedoch besteht auch hier, wie bereits im Beitrag (Populär)kultur am Verbindungskanal in Bezug auf kulturelle Phänomene angedeutet, das Problem, dass Aufwertung zumeist von Gentrifizierungsleugner*innen zum „natürlicher Prozess“ erklärt wird.1

Über die Phänomene und sichtbaren Folgen der Gentrification besteht eine weitgehende Einigkeit: modernisierte und neugebaute Wohnungen, steigende Mieten, Umwandlung in Eigentumswohnungen, neue Bewohnerstrukturen sowie eine Veränderung der Einzelhandelsstruktur und die Verwandlung der Stadtteile in eine Bühne expressiver Lebensstile.2

Bei der bisherigen Arbeit an GENTRIFIJUNGBUSCH zeigte sich, dass eine bauliche Aufwertung um so stärker beobachtet werden kann, desto näher die jeweiligen Objekte am Verbindungskanal liegen. Für diesen Beitrag wurde erneut auf Material aus Kartierung zurückgegriffen, um die Wahrnehmung von Aufwertung im städtischen Raum sichtbar zu machen und die eigenen Beobachtungen zu prüfen. Auch bei den Angaben zu Aufwertung handelt es sich um eine subjektive Wahrnehmung der Befragten, weshalb Aufwertung bei der Methodenwahl in einer Kategorie mit „Neubau und Baustelle“ zusammengeführt wurde. Das bedeutet auch, dass die genannten Orte schon während der Erkundung besucht wurden, um auszuschließen, dass es sich z.B. um Baustellen auf Grund von Wasserrohrbrüchen oder ähnlichen Ereignissen handelt.

Alles beim Alten im Jungbusch?

In diesem Beitrag zum Thema Aufwertung wurde zunächst das Material der kartographischen Untersuchung des Jungbusch untersucht, also die markierten Flächen auf der Karte näher betrachtet und jeweils in die aktuelle Entwicklung eingeordnet. Dabei stellte sich heraus, dass Anfang 2014 vor allem in der Jungbuschstraße und der Hafenstraße Aufwertung verortet wurde.

Um so stärker die jeweiligen Flächen gelb markiert sind, um so mehr Menschen haben angegeben, dass dieser Ort für „Aufwertung, Neubau und Baustelle“ steht (zur Vollbildanzeige).

Als Aufwertung wahrgenommen wurde in erster Linie die Baustelle des ‚Kreativwirtschaftszentrums‘ zwischen Hafenstraße und Verbindungskanal. Hierzu wird auf mannheim.de in der Rubrik „Wirtschaft entwickeln“ betont, dass „die Ausdifferenzierung und zunehmende Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft“ eng mit der „Ansiedlung des Musikparks und der Popakademie Baden-Württemberg“ verbunden sei.3 Durch die städtebaulich geförderte Erschließung des Gebiets (über 40.000.000 € Fördergelder in den letzten 10 bis 12 Jahren4) würde mit der Popakademie und dem Musikpark ein Angebot geschaffen, dass dafür sorge, dass eine Nachfrage nach Räumen für die Kulturindustrie entstanden sei, die wiederum durch gezielte Förderung im Bau des ‚Kreativwirtschaftszentrums‘ mündete.5 Diese gesteuerten Prozesse sorgten dafür, dass die Umgebung auch für privatwirtschaftliche Investitionen zunehmend in den Fokus rückten. Verstärkt würden diese Effekte durch die gezielte Unterstützung von Existenzgründungen.

„Richard Florida übrigens, der den Begriff der „kreativen Klasse“ erfand, musste gerade zugegeben, dass sich die positiven Effekte, die er sich damals erhoffte, nicht eingestellt haben: Laut Floridas jüngsten Forschungsergebnissen öffnet sich gerade da, wo sich die Kreativindustrie konzentriert, die Schere zwischen Arm und Reich weiter. Überall dort, wo der Wohlstand zugenommen hat, haben einzig die Hochqualifizierten und zum Teil die Chefs und Inhaber der Kreativfirmen von den steigenden Einkommen profitiert. Und gerade in den Boomstädten der Kreativindustrie müssen die Geringverdiener als die eigentlichen Verlierer gelten.“6

In Zukunft werden diese zunehmenden Unterschiede zwischen Arm und Reich sich auch anhand der Wohnverhältnisse abbilden. Es war für die Investoren am Verbindungskanal nach dem Verkauf eines Teils des Areals der Kaufmannmühle an die Stadt7 möglich auch genügend Mittel für die Luxussanierung ehemaliger Industriegebäude des Kaufmannmühlenareals für Wohnzwecke zu gewinnen, um diese als städtische Lofts mit Industrieflair und kreativwirtschaftlicher Umgebung zu vermarkten:

„Wohnen, Leben, Arbeiten. Lassen Sie sich vom kreativen Umfeld und der kulturellen Vielfalt inspirieren. Wohnraum für jeden Anspruch. Erfüllen Sie sich Ihren individuellen Traum vom Loft-Wohnen in unterschiedlichen Wohnraumtypen. Willkommen in den architektonisch reizvollen Bijou- und Executive-Lofts, den traumhaft schönen Big-Lofts und den außergewöhnlichen Top-Lofts. Lebensqualität pur. Direkt am Wasser in kreativer Umgebung ist viel Abwechslung geboten. Das gewachsene Umfeld des Jungbusch erhält durch die Popakademie und das im Entstehen befindliche Kreativwirtschaftszentrum weitere neue Impulse. Die Nähe der ‚Quadrate‘ und die gute verkehrliche Anbindung runden das hervorragende Wohnerlebnis ab.“8

Dieser Prozess muss als Reurbanisierung, also die erneute Verknüpfung von Arbeiten und Wohnen im städtischen Raum, verstanden werden.  Es ist vorherzusehen, dass diese Eigentumswohnungen, die derzeit für bis hin zu einstelligen Millionenbeträgen angeboten werden, für einen Wandel der bisherige Bewohner*innenschaft des  Jungbusch sorgen werden. Ein kurzer Blick in die aktuellen Anzeigetexte von Immobilienwebseiten reicht, um zu zeigen, dass im Jungbusch nicht (mehr) von „Gen­tri­fi­zie­rung im eigent­li­chen Sinne konnte im Jung­busch bis­her ver­mie­den wer­den“9 gesprochen werden kann, wie dies noch bis vor kurzem der Fall war:

Wohnungsanzeigentitel für Miet- und Eigentumswohnungen im Jungbusch.

Wohnungsanzeigentitel für Miet- und Eigentumswohnungen im Jungbusch.

Der neu geschaffene Wohnraum als Ware im Jungbusch als ‚Szeneviertel‚ und ‚Trendgebiet‚ sorgt inzwischen auch dafür, dass Synergien mit den Bestandswohnungen im Jungbusch entstehen. So kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass in Zukunft der Altbaubestand deutliche Mietsteigerungen erfahren wird, es zu Eigentümer*innenwechseln kommt bzw. Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, wie dies auch aus anderen städtischen Zusammenhängen bekannt ist. Die beispielhaft gewählten Anzeigetitel für Miet- und Eigentumswohnungen zeigen, dass dieser Prozess bereits stattfindet. Gentrifizierung wird langfristig zu einem Austausch der Bewohner*innenschaft des Stadtteils führen. Dieser Austausch wird sich vom bisherigen Transitaufkommen dahingehend unterscheiden, dass die neu Hinzuziehenden ökonomisch gegenüber der Bestandbewohner*innenschaft besser gestellt sein werden.

Aufwertung auf der (Speise)karte

Neben den Auswirkungen auf die ‚Kreativwirtschaft‘ und den Wohnungsmarkt, wird Aufwertung vor allem in der Jungbuschstraße wahrgenommen. Der Großteil der befragten Personen erkannte hier einen Wandel in der Ausgeh- und Feierkultur und durch die Ansiedlung neuer Gastronomie und Schankwirtschaft. Es habe einige Neueröffnungen gegeben und an den Wochenende käme es zu regelrechten Taxiinvasionen. An spätere Stelle wird dazu auf GENTRIFIJUNGBUSCH ein Bericht über eine teilnehmende Beobachtung auf der Jungbuschstraße veröffentlicht.

„Es war lange ungeschriebenes Gesetz: wer seine Abende gerne in Bars und Szene-Kneipen verbringt, ist in Heidelberg wesentlich besser aufgehoben als in Mannheim. Ganz von der Hand zu weisen ist diese These bis heute nicht, aber während Mannheims Nachtleben bisher vor allem durch die Vielzahl kleinerer und größerer Clubs geprägt wurde, tut sich seit einiger Zeit auch endlich was in der Barszene. Der Jungbusch ist, wenig überraschend, Vorreiter dieser Entwicklung.“10

An dieser Stelle werden nun beispielhaft die BOW-Jungbuschbar am Beginn der Jungbuschstraße, das Restaurant Zweite Liebe in der Seitenstraße Beilstraße und die Bar Kiets König betrachtet, deren Besuch nicht Bestandteil der teilnehmenden Beobachtung war, aber die von einigen Interviewten als Beispiele für Aufwertung genannt wurden.

Tagesüber bleiben die Türen der BOW Jungbuschbar verschlossen.

Tagesüber bleiben die Türen der BOW Jungbuschbar verschlossen.

Die BOW Jungbuschbar eröffnete im Oktober 2013. Eine Visualisierung ermöglicht einen Einblick in das Innere der Bar. Die BOW Jungbuschbar hatte direkt Besuch von der damaligen Ministerpräsidentin Thüringens Christine Lieberknecht (CDU) und dem damaligen JU-Landesvorsitzenden Nikolas Löbel (CDU), die mal etwas Neues ausprobieren wollten, um mit jungen Leuten in Kontakt zu kommen.11 Noch 2012 forderte der stellvertretende Ortsvorsitzende der CDU Innenstadt/Jungbusch: „Wer ein Kaugummi […] ausspuckt oder seinen Abfall fallen lässt […], soll € 100,- Strafe zahlen. Wer das nicht zahlen kann, darf dann gerne mal ein Tag für die Stadtreinigung Kaugummis in der Fußgängerzone entfernen.“12 Die Bar scheint dafür zu sorgen, dass sich nun auch junge CDUler im Jungbusch wohlfühlen und sicher auch der ein oder andere schon betrunken ein Kaugummi ausgespuckt hat. Für die übrigen Gäste der Bar heißt es:

In ‚BOW‘ ist jeder herzlich willkommen. Nicht die Kleiderordnung sondern die Geisteshaltung ist unsere „Clubkarte“. Studenten, Manager, Kulturschaffende und ‚Zunftleute‘ und alle, die Lust haben (mit) zu feiern, sind unsere Gäste.13

Während den Interviews im Jungbusch erhielt die Bar allerdings weniger gute Resonanz (ab hier kursiv): Das BOW – ohne Deutsche Begleitung kommst du da nicht rein, irgendwie Ironie, ich glaube der Besitzer ist Türke, äußerte eine interviewte Person, die mit Freund*innen am Wochenende die Bar besuchen wollte. Eine weitere merkte an, nicht nur bei der Eröffnung eine Bar für CDU und junge Männer. Zwei Wochen nach der Eröffnung hätte denen einer ein Hakenkreuz an die Tür geschmiert. Ob diese drastische Methode andere darauf aufmerksam zu machen, dass es hier scheinbar eine rassistische Türpolitik gibt, etwas geändert hat, ist zu bezweifeln.

Dennoch scheint etwas dran zu sein, dass doch nicht jede*r willkommen ist, wofür gerade die stolzen Preise zum Beispiel von 3,20 € für 0.33 Liter stilles Wasser sprechen.14 Studierende, selbst mit BAföG-Höchstsatz, oder Arbeiter*innen mit geringen Einkommen würden sich mit ihrem täglich zur Verfügung stehenden Geld (nach Abzug der Miete) wohl kaum ausgerechnet im BOW ein Liter Wasser kaufen und dafür auf alles andere am Tag verzichten.

Besonders auffällige ist das weiße Restaurant Zweite Liebe im Jungbusch.

Besonders auffällig ist das weiße Restaurant Zweite Liebe im Jungbusch.

Schon ein Jahr länger, nämlich seit 2012, existiert das grell weiß gestrichene Restaurant Zweite Liebe in der Beilstraße 3. Mit ähnlich hohen Wasserpreisen wie die BOW Jungbuschbar, Austern, Perlhuhn und einem „deftigen 250g Beef-Burger“ mit Kartoffelecken für 15,50 € lässt zweite Liebe keine Zweifel daran, dass es sich nicht gerade um eine Kantine für die Anwohner*innen handelt. Dafür erntet das Restaurant Top-Rezensionen auf Facebook, wenn davon abgesehen wird, das die ein oder andere auch wieder verschwindet. Bis vor kurzem lobte eine Besucherin noch das gute Essen und erwähnte, dass mensch jedoch ‚Multikulti‘ mögen müsse, wenn dieser in der Gegend essen gehen würde. Zurecht ist diese Anzeige inzwischen verschwunden.15 Umgekehrt berichtete eine interviewte Person: Im BOW sind die Reichen und bei Zweite Lieb, da sitzen sie um draußen die Leute anzuschauen. Genau diese Beobachtung machten auch die Journalist*innen der Kontext Wochenzeitung fast ein Jahr später. Leider ist im Zitat jedoch eine rassistische Tieranalogie enthalten, die versucht das Phänomen zu beschreiben:

„Die Zweite Liebe ist eine der neuen, hippen Bars die den alten, schmutzigen Jungbusch schöner machen wollen. Viel Weiß, polierte Gläser, Stofftischdecken. Der Geschäftsführer mit zur Tolle drapiertem Haar und feinem Halstuch möchte lieber nicht mit uns sprechen. Auch der Besitzer nicht. Hier, sagt man, sitzt das Geld in der Armut. Einer nennt das den ‚Zooeffekt‘, die Jungbuschbewohner werden am Abend von den Barhockern aus beobachtet, wie Affen in einem Käfig.“16

Auf YouTube ist die Aufwertung des Ladenlokals ausführlich dokumentiert. Natürlich ist es auf der einen Seite nicht verwerflich qualitativ hochwertig zubereitete Speisen in einem liebevoll renovierten Restaurant anzubieten. Auf der anderen Seite tragen Restaurants wie dieses auf lange Zeit zu einem Wandel der Menschen bei, die sich im Jungbusch bewegen. Für 15,50 € kann entweder eine Person satt werden oder aber vierzig, wenn es statt Perlhuhn und Austern Kartoffelsuppe und Brot gibt.

Tagsüber bleiben die Rollläden vom Kiets König geschlossen.

Tagsüber bleiben die Rollläden vom Kiets König geschlossen.

Mit „Visa, American Express, Mastercard“17 können sich Jungbuschbesucher*innen seit September 2013 nach der Arbeit auch einfach stilecht im Kiets König betrinken. Den hier gepflegte Stil beschreibt Kiets König selbst als „klassische Barkultur und junge Moderne“18. Er beinhaltet Silvester Party Flatrate-Aktionen für 50 €, „Feierwork“ Events zum Feierabend, Männerfußball Public Viewing, „Tanz in den Mai“, „Dandy“ Veranstaltungen, Karneval und Burlesque.19

Seit Ende 2014 finden hier auch „she“ Partys für „Lesbians, Gays & Friends“ statt.20 Im Hamburger Stadtteil St. Georg oder im Glockenbachviertel in München wurden bereits Synergien zwischen der Vermarktung von ‚Homosexualität‘ und Gentrifizierung beobachtet.21 22 Auf längere Zeit betrachtet wandelten sich dort die Stadtteile und führen heute dazu, dass sich viele junge Familien auf die teuer werdenden Wohnungen bewerben und Kneipen und Bars sowie diejenigen, die dort in den letzten Jahren wohnten, sich ihre Mieten nicht mehr leisten können. Übrig bleiben nur diejenigen Partner*innenschaften, welche es schaffen ein hohes Haushaltseinkommen zu erwirtschaften. Die Betrachtung dieses Phänomens ist explizit nicht homophob, sondern warnt vor den Folgen kapitalistischer Vermarktung der sexuellen Orientierung und untersucht dabei den Wandel von Lebensstilen. Ob dem Jungbusch eine ähnliche Entwicklung bevorsteht, bleibt abzuwarten.

„‚Neue‘ Lebensstile in der Stadt werden einerseits verbunden mit dem Leben in „neuen“ Haushaltstypen, u.a. in Wohngemeinschaften oder unverheiratet Zusammenlebend und andererseits auch mit ’neuen‘ Konsumwünschen beim Wohnen, so das Wohnen in ehemaligen Fabrikgebäuden […]. In Bezug auf das Leben in der Stadt wäre ein ’neuer‘ Lebensstil auch das häufige Essen in Restaurants als Alternative zum Kochen. ‚Neu‘ (urbane) Lebensstile sind häufig mit einem hohen disponiblen Einkommen verbunden, dieses ist sogar oft Bedingung für die Ausübung dieser ’neuen‘ Lebensstile, z.B. für das häufige Essen in Restaurants. Das Ausüben ’neuer‘ Lebensstile und das gleichzeitige Verfügen über ein hohes disponibles Einkommen gilt relativ oft für jene Personen, die im tertiären Sektor beschäftigt sind, die oft als Doppelverdiener in einem Haushalt leben und keine Kinder haben.“23

Der Jungbusch wird gentrifiziert

Festgehalten werden muss an dieser Stelle: Im Jungbusch findet aktuell ein Strukturwandel statt, der als Emporisierung bzw. Gentrifizierung benannt werden muss. An vielen Stellen zeigen sich Parallelen zu anderen sog. ‚Szenevierteln‘ anderer Städte.

Sowohl im Bereich Wohnen als auch im Gewerbe kann Gentrifizierung verortet werden. Die kartographische Herangehensweise auf der Suche nach Aufwertung im Jungbusch lieferte Hinweise, die bestätigt werden konnten. Dabei sind vor allem die Hafenstraße als auch die Jungbuschstraße von Gentrifizierung betroffen. Diese strahlen auf die restliche Umgebung aus. Da weiterhin gezielt staatliche Zuschüsse und auch private Investitionen aufgewendet werden, um den Jungbusch zu verändern, ist davon auszugehen, dass die Gentrifizierung sich in nächster Zeit verschärfen wird. Beobachtet werden konnte auch, dass die Aufwertung im Jungbusch mit Rassismus einhergeht. Dieser manifestiert sich sowohl in Blicken aus dem Lokal, als auch in rassistischer Türpolitik. Unverhältnismäßig hohe Getränkepreise dienen bewusst oder unbewusst als ein sozialer Ausgrenzungsmechanismus.

Graffiti zum Thema Umstrukturierung und Recht auf Stadt.

Graffiti zum Thema Umstrukturierung und Recht auf Stadt im Jungbusch.

Die Hoffnung auf Widerstände und das Aufzeigen von Widersprüchen zur Entwicklung einer sozialen Stadtentwicklung besteht darin, dass sich inzwischen das stadtpolitische Bündnis „Wem gehört die Stadt? in Mannheim etablieren konnte:

„Die Mieten steigen ständig. Die Energiekosten erhöhen sich. Verstärkt wird in Immobilien investiert, um mehr Profit zu machen. Teure Prestigeprojekte werden hochgezogen. Ganze Stadtteile, wie der Jungbusch, werden ‚aufgewertet‘. Aufwertung heißt: Höhere Mieten. Wer nicht zahlen kann, muss weg. Einkommensschwache Menschen werden schrittweise aus den Innenstädten verdrängt. Auch Zwangsräumungen sind nicht unüblich. Wie überall im Kapitalismus nimmt die soziale Ungerechtigkeit zu. Das Menschenrecht auf Wohnen verkommt zur marktgerechten Ware, bei der ausschließlich der Gewinn zählt.“24

 

Ein­zel­nach­weise (Es gibt auch eine aus­führ­li­che Über­sicht der ver­wen­de­ten Lite­ra­tur):

  1. Vgl. Holm, And­rej (2013): S. 20f. []
  2. Ebd. []
  3. https://www.mannheim.de/wirtschaft-entwickeln/kreativwirtschaftszentrum-jungbusch, abgerufen am 05.03.2015 um 11:21 Uhr. []
  4. https://www.youtube.com/watch?v=S6s36VU4tq0, abgerufen am 04.03.2015 um 17:27 Uhr []
  5. http://rhein-neckar-industriekultur.de/sites/default/files/media/files/20120625_mm-mitte_013.pdf, abgerufen am 20.03.2015 um 12:49 Uhr. []
  6. http://www.heise.de/tp/artikel/41/41080/2.html, abgerufen am 20.03.2015 um 14:11 Uhr. []
  7. http://www.jungbuschzentrum.de/stadt-kauft-teil-der-kauffmannmuhleinvestor-suhl-will-entwicklungsplane-vorantreiben/, abgerufen am 20.03.2015 um 12:53 Uhr. []
  8. http://www.dockonline.de/konzept.html, abgerufen am 20.03.2015 um 12:37 Uhr. []
  9. Bericht über die Arbeit des Quar­tier­ma­nage­ment Jung­busch (Berichts­jahr 2010): S. 17f. []
  10. http://mannheim.at/im-kiets-ein-koenig/, abgerufen am 18.03.2015 um 11:59 Uhr. []
  11. http://www.morgenweb.de/newsticker/mannheim-lieberknecht-spricht-in-bar-1.1254141, abgerufen am 04.03.2015 um 15:27 Uhr. []
  12. http://www.cdu-im-quadrat.de/aktuelles/aktuelles.htm, abgerufen am 04.03.2015 um 16:08 Uhr. []
  13. http://www.bow-mannheim.de/index.php/location, abgerufen am 04.03.2015 um 15:32 Uhr. []
  14. Vgl. http://www.bow-mannheim.de/images/dokuments/getraenkekarte.pdf, abgerufen am 04.03.2015 um 16:13 Uhr. []
  15. Vgl. https://www.facebook.com/pages/Zweite-Liebe-Kleines-Restaurant-im-Jungbusch/267034183415773?sk=reviews, abgerufen am 01.03.2015 um 16:01 Uhr. []
  16. http://www.kontextwochenzeitung.de/schaubuehne/200/ausgeruempelt-im-jungbusch-2690.html, abgerufen am 13.03.2015 um 14:24 Uhr. []
  17. https://www.facebook.com/KietsKoenig/info?tab=page_info, abgerufen am 13.03.2015. []
  18. Ebd. []
  19. Vgl. https://www.facebook.com/KietsKoenig/timeline, abgerufen am 18.05.2015 um 12:10 Uhr. []
  20. https://www.facebook.com/pages/she-Mannheim/1419050601682822, abgerufen am 18.03.2015 um 12:22 Uhr. []
  21. http://www.abendblatt.de/hamburg/magazin/article117146884/Die-Stadtteiler-Gentrifizierung-oder-Aufwertung.html, abgerufen am 18.03.2015 um 12:19 Uhr. []
  22. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/gentrifizierung-im-glockenbachviertel-am-ende-des-regenbogens-1.1412006, abgerufen am 18.03.2015 um 12:19 Uhr. []
  23. Blasius, Jörg (1993):  S. 26f. []
  24. http://wgds-mannheim.de/?page_id=21, abgerufen am 18.03.2015 um 13:10 Uhr. []

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